Am 23.09.20 hat die deutsche Bundesregierung beschlossen, das eigentlich zum 31.12. auslaufende Baukindergeld noch einmal um 3 Monate zu verlängern. Wichtig ist hier zu wissen, dass diese Frist wichtig für die Unterzeichnung von notariellem Kaufvertrag bzw. Erteilung der Baugenehmigung (für Neubauten) ist. Unverändert bleibt die Frist von sechs Monaten nach tatsächlichem Einzugsdatum, innerhalb derer der Antrag auf Baukindergeld gestellt werden muss. Der letzte Antrag kann nach heutigem Stand am 31.12.2023 gestellt werden; hiermit ist sichergestellt, dass auch Bauherren mit einer längeren Bauzeit ihrer eigenen vier Wände in den Genuss dieser Förderung kommen können. Konkret: Wer z.B. seine Baugenehmigung am 15.01.2021 mit einer Bauzeit von zwei Jahren erhält, bleibt förderfähig.

Was wird gefördert?

Jedes dem Haushalt angehörige minderjährige Kind wird mit 12.000 € verteilt über die ersten 120 Monate gefördert. Es gibt keine Begrenzung im Hinblick auf die Anzahl der Kinder. Ferien- oder Urlaubsimmobilien werden im Übrigen nicht gefördert, genauso wenig wie Übertragungen innerhalb der Familie oder Kapitalanlageimmobilien und auch Auslandsimmobilien sind grundsätzlich ausgeschlossen.

Bedingung ist, dass der Haushalt erstmalig Eigentum erwirbt und dieses selbst nutzt. Zudem gelten Einkommensgrenzen, mit dem ersten Kind bei 90.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen, zuzüglich 15.000 € je weiterem Kind. Nachgewiesen wird dies durch die zwei vorvergangenen Steuerbescheide (Kauf in 2020: 2017 & 2018). Zudem wird bei Antragstellung die Meldebescheinigung (inkl. aller minderjährigen Kinder!) und der Eigentumsnachweis in Form des Grundbuchauszuges benötigt.

Was nicht sehr häufig auftreten wird: Die Kauf- bzw. Erstellungskosten (ohne Nebenkosten) dürfen nicht niedriger sein als die Förderung selbst.  Achtung: wer weitere KfW-Mittel nutzt (z.B. Wohneigentumsprogramm 124, max. 100.000 €) muss wissen, dass alle Förderbeträge kumuliert werden und den Kaufpreis nicht übersteigen dürfen.

Beispiele (ohne Gewähr):

In einigen Fällen können also nicht alle Fördermöglichkeiten ausgeschöpft werden, wenn der Kaufpreis (teilweise) mit KfW-Mitteln bestritten wird. Das ist insbesondere bei niedrigen Kaufpreisen und der Wunsch nach möglichst viel weiterer Förderung der Fall. Andersherum ausgedrückt: Der Kaufpreisanteil in Höhe des Baukindergeldes muss immer von Nicht-KfW-Mitteln (Eigenkapital oder Bankdarlehen) bestritten werden, sonst entfällt der Anspruch gänzlich.

Wo wird beantragt?

Beantragt wird immer und ausschließlich über das Zuschussportal der KfW. Dort muss man sich registrieren, gibt die Daten ein, identifiziert sich und lädt die Nachweise hoch.

Von JL

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