Die Details im Überblick | kfw.de

Mit Beginn des 2. Halbjahres 2021 hat die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) die schon länger bekannte Zusammenfassung ihrer Förderungsaktivitäten ausgerollt. Ein Grund der Neufassung ist das Bestreben, laut Website den Primärenergiebedarf der Immobilien „bis 2050 um rund 80 Prozent gegenüber 2008 zu senken“.  Aufgrund einer IT-Umstellung konnte die Optimierung nicht früher umgesetzt werden.

Neubauvorhaben werden noch besser bezuschusst

Neben der Kanalisierung erweitert die KfW auch die Zuschussmöglichkeiten in einzelnen Programmen. Bis jetzt waren für energieeffiziente Neubauten maximal 30.000€ möglich, mit der Neufassung bis zu 37.500€. Die maximal abrufbare Kreditsumme steigt je nach Effizienz auf 150.000€ und erhöht sich auch hier um 30.000€. Nach wie vor stuft das Institut die Höhe der Zuschüsse nach ENEV Gebäudeeffizienz ab, sodass für  neue Gebäude, die maximal 40% des Primärenergiebedarfes eines Standardgebäudes nach ENEV 2016 verbrauchen, die maximale Summe abgerufen werden kann. Für 55%ige Effizienzhäuser gibt es immerhin noch die Mindestförderung. Wird eine Immobilie nur mit den Mindestanforderungen nach ENEV gebaut, gibt es keine zusätzlichen KfW-Mittel. Vor allem in Ballungsgebieten mit steigenden Immobilienpreisen kommt es häufiger vor, dass Projektentwicklungsgesellschaften und Architekten zwar bautechnisch mindestens 55 einhalten, sich aber keine Zertifizierung einholen, da ein Sachverständigengutachten fünfstellige Kosten verursachen kann. So ist das Haus zwar energiesparend, es wird aber nicht anerkannt und es fließen keine Fördermittel. Käufer und Bauherren sollten hier genau auf die Zertifizierung achten, um später beim Finanzierungsantrag keine Überraschungen zu erleben.

Bestand & Einzelmaßnahmen

Auch in der Sanierung bestehender Immobilien gibt es durch die Einführung einer „Erneuerbare-Energien-Klasse“ eine optimierte Förderung installiert. Hier gilt als Bedingung zu beachten, dass hierfür der Austausch der Heizungsanlage in ein umweltfreundliches Modell zur Voraussetzung gemacht wird. Dies gilt im Übrigen auch für das oben beschriebene Neubauprogramm. Wer nicht komplett saniert, sondern einzelne energieeffizienzsteigernde Maßnahmen umsetzen möchte, bekommt in den Einzelprogrammen Tilgungszuschüsse bis zu 20% im Rahmen der „Bundes­förderung für effiziente Gebäude – Einzel­maßnahmen (BEG EM)“. Wird eine Ölheizung ausgetauscht, gibt es bis zu 50% Zuschüsse (Biomasse-Anlage) oder maximal 20%, wenn die bestehende Ölheizung lediglich optimiert wird. Grundsätzlich gilt bei den Einzelmaßnahmen, wie auch bei der energetischen Gesamtsanierung: Das Gebäude muss mindestens fünf Jahre alt sein & es werden maximal 60.000€ Kreditmittel zur Verfügung gestellt. Übrigens: Das BAFA fördert alle Maßnahmen analog KfW mit Zuschüssen, wenn der Bauherr kein Darlehen aufnehmen möchte oder kann.

Verpflichtend ist in jedem Fall die Baubegleitung durch eine/n Energieeffizienzsachverständige/n. Da diese Beauftragung einen nicht unwesentlichen Kostenfaktor darstellt, wird auch hier je nach Immobilienart ein Zuschuss von bis zu 20.000€ gewährt. Wichtig: Diese Maßnahmen können in der Regel weiterhin über die Hausbank beantragt werden.

Auch spannend: Mit Wirkung zum 01.07. werden auch die Kreditkonditionen deutlich zurückgefahren. Nachdem sie auf Jahressicht rund 40 Basispunkte zulegen konnten, nutzt die KfW den jetzigen Restart, um das Finanzieren auch von den Konditionen her attraktiver zu gestalten. Das gilt übrigens auch für das bekannte Programm 124 (selbstgenutztes Wohneigentum). Hier gibt es inhaltlich keine Änderungen und kann wie gewohnt wie auch über die Hausbank abgerufen werden.

In meinem vorherigen Artikel habe ich ausführlich beschrieben, wie die KfW-Finanzierung nicht nur den Zins der Gesamtfinanzierung vergünstigt, sondern auch (positive) Auswirkungen auf den Darlehenszins der Hauptfinanzierung haben kann, wenn das richtige Modell gewählt wird.

 

 

Von JL

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