Etwas unter dem Radar hat der Bundesrat eine Gesetzesinitiative abgesegnet, wonach die Bedingungen zur Erlangung der Wohnungsbauprämie verbessert werden. Die neuen Regelungen sollen 2021 in Kraft treten.

Bisher gab es folgende Bedigungen:

  • Mindestalter des Sparers: 16 Jahre (wobei die Wohnungsbauprämie bereits in dem Jahr gewährt wird, wo der Sparer das 16. Lebensjahr abschließt)
  • in Deutschland steuerpflichtig
  • Mindestsparsumme pro Jahr: 50 Euro auf einen Bausparvertrag oder Genossenschaftsanteil
  • Einkommensgrenzen: 25.600 Euro für Ledige, 51.200 Euro für Verheiratete, jeweils das zu versteuernde Einkommen
  • Gewährt wurden bislang 8,8% auf die jährliche Sparzahlung i.H.v. 512 Euro (Ledige) bzw. 1.024 Euro (Verheiratete)

Mit der Novelle werden u.a. nun zwei wesentliche Kritikpunkte verbessert.

Die seit 1966 nicht mehr angepassten Einkommensgrenzen haben dazu geführt, dass immer weniger Menschen die Wohnungsbauprämie bekamen, weil die Einkommen stetig gestiegen sind.

Ab 2021 gelten folgende Einkommensgrenzen:

  • 35.000 Euro für Ledige, 70.000 Euro für Verheiratete

Zudem steigt der Prämiensatz auf 10% und der förderfähige Betrag auf 700 Euro (Ledige) bzw. 1.400 Euro (Verheiratete). Bei voller Ausschöpfung der Prämie erhalten Ledige damit zukünftig 70 Euro pro Jahr statt 45,06 Euro und Verheiratete entprechend das Doppelte.

Zudem wird es dann auch möglich sein, die Prämie für den Erwerb im EU-Ausland (sowie assoziierte Länder) zu verwenden.

Nicht geändert wurde aber die Verwendung. In Altverträgen ist es u.U. noch möglich, nach sieben Jahren Haltezeit die Wohnungsbauprämie frei zu verwenden. Neue Verträge müssen zwingend wohnwirtschaftlich verwendet werden, um Rückforderungen zu vermeiden.

 

Im Zuge der Zinskrise werden Geldanlagen auf Bausparverträgen immer unrentabler. Zumindest für einen kleinen Sparbetrag hat der Gesetzgeber Klein- und Mittelverdienern nun die Möglichkeit gegeben, etwas Rendite mit klassischer Geldanlage zu erwirtschaften.

 

Von JL

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