H, also das Element Wasserstoff, das nur in molekularer Form auf der Erde vorkommt, ist das häufigste chemische Element des Universums, steht folgerichtig auf Platz 1 des Periodensystems und könnte unsere mobile Welt komplett auf den Kopf stellen. An der Börse ist genau das schon passiert. Obwohl entsprechende börsennotierte Unternehmen im Vergleich zu anderen Sektoren verschwinden geringe Umsätze generieren und noch weniger Gewinn einfahren sind in den Big Five (Plug Power, Ballard, NEL, ITM & PowerCell) bereits knapp 40 MRD € market cap investiert. Für ein paar Dollar Gewinn eine sportliche Bewertung. Eine gewaltige Portion Hoffnung, dass sich der Markt entwickelt, die es aber auch schon vor 20 Jahren gab, als der Hype dann wieder abebbte. Dabei kann Wasserstoff wirklich ein Teil der Lösung der Probleme des 21. Jahrhunderts sein. Lokal betrachtet können Fahrzeuge emissionsfrei unterwegs sein – wenn der für die Elektrolyse benötigte Energiebedarf selbst sauber produziert wird.

Akku oder Wasserstoff, geht nicht beides?

In meinen Augen sind wasserstoffangetriebene Fahr- und Flugzeuge der Zukunft (und auch schon der Gegenwart)  Nischenthemen, in denen alternative Antriebe wie z.B. der batteriebetriebene Motor keinen Sinn ergeben. Insbesondere Lösungen für die Langstrecke, also LKWs oder auch Lokomotiven auf nicht elektrifizierten Strecken haben aber gegenüber dem Akku Effizienzvorteile. Die Masse der zu transportierenden Güter ist schier endlos.  Airbus denkt sogar konkret über Wasserstoffflugzeuge als Nachfolger der Kerosinschlucker nach – und warum eigentlich gibt es so wenig Ideen bei Wasserfahrzeugen, die Kraft ihres Einsatzortes über unendliche Wasserstoffreserven verfügen?

Letztendlich ist es immer eine Frage des Preises, der Effizienz und der Bequemlichkeit. Nach wie vor müssten Autofahrer an die Tankstelle, statt bequem zuhause das Auto an der Steckdose zu parken, die Frage der Energieeffizienz und auch hohe Kosten und das dünne Tankstellennetz schrecken ab. Und die ordentlichen Preise der aktuell erhältlichen Toyotas oder Hyundais.

Die erwähnte Market cap der Big Five preist die Hoffnung auf Durchbruch ein – dabei geht es bei den Unternehmen gar nicht ausschließlich um privaten Verkehr. Die kurzen Wege werden mit hoher Wahrscheinlichkeit komplett durch die Plug-In E-Autos abgedeckt. Aber heute schon fahren Wasserstoffbusse durch Städte, Partnerunternehmen ordern Großanlagen zur Elektrolyse für die verschiedensten Anwendungsbereiche und anders als vor 80 Jahren kann man Wasserstoff mittlerweile mit wenig Verlusten und sicher transportieren. Nur Nikola lässt Trucks ohne Antrieb einen Hügel herunterrollen. Peinlich.

Mobilität aber bitte Öko

Warum ich weiterhin in Wasserstoff investiert bleibe und sicherlich noch etwas ausbauen werde? Der Markt ist gigantisch, die 40 MRD ein Vorgeschmack. Ich glaube nicht, dass Batterieautos wie Teslas, NIOs, IDs & Co 100% der Mobilität abdecken werden. Sie sind auf kurzen, flexiblen Strecken stark. Im (Inter)kontinentalverkehr sehe ich die Brennstoffzelle mit Wasserstoff vorne – wenn Kinderkrankheiten überwunden werden. Aber mit eben jenen Kinderkrankheiten hatten auch die Akkuhersteller zu kämpfen und können heute zuverlässige Produkte bauen.

Neben der Dividendenstrategie, ich für den Aufbau eines beachtlichen Cash-Flow-Stroms fahre, gehört alternative Energiegewinnung und Wasserstoff in mein Wachstumsdepot. Mit all der Votalität, die sich aus der hohen Bewertung und den kleinen Umsätzen ergibt.

Ich glaube an eine Wasserstoff-Welt, denn von nichts haben wir mehr Vorrat als von Wasserstoff. Anders als Öl, werden wir diesen Vorrat niemals aufbrauchen können. Werden entscheidende Hürden überwunden und ich bin fest überzeugt davon, dann ist der Erfolg unausweislich.

Von JL

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