Bis zu 40%-Kurskill, obwohl oft das eigentliche Unternehmensziel gar nicht fundamental in Gefahr ist und meine Sicht der Dinge, weshalb die donnernden Kanonen für viel Rendite stehen.

Wer sich über Dividendenrendite informiert, oft von sogenannten Dividenden-Aristokraten hört oder einfach ein passives Einkommen aufbauen will, kommt häufig an den defensiven Werten wie z.B. Konsum oder Versorgung kaum vorbei. Das Kernargument ist immer das Selbe: Die Schwankung in Kurs und Gewinn ist relativ klein, weil Menschen immer koffeinhaltige Brause trinken, Kühlschränke kaufen oder einfach nur Strom verschwenden. Titel wie Unilever, Johnson & Johnson oder Pharmaunternehmen gelten als recht krisenfest. Wenn diese dann noch konstant – oder besser – jährlich steigende Dividenden ausschütten, freut sich der Dividendenjunkie. In „normalen“ Zeiten dümpelt die Dividendenrendite, also die Ausschüttung geteilt durch Erwerbskurs, zwischen einem und drei Prozent.

Besser als jedes Tagesgeld, die Inflation wird damit wohl auch in Schach gehalten aber wer gerne Achterbahn fährt, dem ist die Tombola-Bude auf’m Jahrmarkt halt zu öde.

Aktuelle Anlagestrategie des Depots vom 15.05.20
Aktuelle Anlagestrategie des Depots vom 15.05.20

Damit zurück zum Kurs-Kill:

Bei vielen Unternehmen wurde im Zuge der Corona-Krise Mitte März der Aktienkurs buchstäblich verhauen, zyklische Firmen, deren Geschäftsmodell von den Lockdowns besonders betroffen waren, wie z.B. die Flug- und Reisebranche, haben bis zu 90% verloren. Auch wenn es mittelfristig wohl für viele im wahrsten Sinne des Wortes wieder nach oben geht: Hier weiß keine so genau, wer sich wie entwickelt und ein Engagement gehört in die Kategorie „Spray and pray“, also mal reinbuttern und hoffen.

Um im Bild zu bleiben, das ist wohl der Free-Fall-Tower unter den Investments.

Viel interessanter sind aber die Werte, die es quasi als Kollateralschaden mit in den Abgrund gezogen hat. Gemeint sind Aktien, deren Geschäftsmodell wahrscheinlich langfristig keinen Schaden erleiden wird und bereits eine stattliche Dividendenpolitik betreiben, aber mitabverkauft wurden, weil Anleger einfach nur die sprichwörtliche braune Buchse hatten. Zudem haben vermutlich viele unerfahrene Anleger vor allem ETF-Anteile in den Fluss geworfen, um den realiserenden Verlust klein zu halten. Alles in allem ein giftiger Cocktail. Die Börse ist eben doch triebgesteuert.

Wer in dieser Phase – und womöglich donnern die Kanonen in den nächsten Wochen ein zweites Mal – aber eigentlich kerngesunde Unternehmen vor allem aus der zweiten Börsenreihe ausfindig macht, kann sich Renditen jenseits der 5% p.a. sichern. Dabei lasse ich mich nicht davon blenden, dass der ein oder andere für 2020 seine Dividende storniert hat. Wenn ich überzeugt bin, bin ich langfristig überzeugt.

Hier kann ich in die Looping-Achterbahn einsteigen mit vernünftigem Verhältnis zwischen Thrill und erträglichem Gefühl im Magen.

Nichtsdestotrotz ist es mir wichtig, dass ich möglichst viele Bereiche des täglichen Lebens abdecke. Ziel ist es, mittelfristig keine Klumpenrisiken zu produzieren und möchte daher keinen Sektor mit mehr als 25% gewichten. Natürlich sind Kurse dynamisch, und können daher auch den Depotbestand durchwirbeln, dennoch sollte ein etwaiges Überschreiten nur von kurzer Dauer sein. Schlimmstenfalls muss mit Umschichtungen gegengesteuert werden.

Aufstellung nach Sektor vom 15.05.20

In meiner Sektorenübersicht wird klar, dass ich dieses Ziel noch nicht erreicht habe. Der Grund ist easy: ich glaube an die Wasserstoff-Zukunft. Ich habe viele Titel im Portfolio, die ich einfach liegen lasse und nicht weiter beobachte und diese sind in den Rohstoff-Assets enthalten. Bereinigt um diesen Posten reduziert sich der Anteil im Energie / Rohstoff-Sektor auf ca. 11%. Der nackte Beweis, dass ich an den Wasserstoff glaube.

Etwas schwieriger wird die Balance nach geopolitischen Gesichtspunkten. Fakt ist nun mal, dass die Mehrzahl der performenden Unternehmen im Land der Cowboys und Burgerfans sitzen, supportet durch das dort liberalere Unternehmertum als in Kontinentaleuropa. Ziel ist es hier, Nordamerika, nicht mir mehr als 50% zu gewichten und D / A / CH mit mindestens 25%. Die Informationsqualität ist bei heimischen Unternehmen einfach besser.

Verteilung nach Regionen vom 15.05.20

Aktuell ist mein Invest auf Nordamerika und Europa reduziert, der Plan ist natürlich, auch Positionen aus Südamerika und Asien aufzubauen. Maximal 25% soll auf diese aufstrebenden Länder entfallen,  da dort tendenziell ein höheres Risiko (politisches Risiko, wirtschaftliches Risiko, Währungsrisiko) auf mich wartet und natürlich ist dort die schiere Masse der „Blue-Chips“ etwas kleiner als in den genannten Regionen, wie bereits erwähnt ist aber die zweite Börsenreihe dort mindestens genauso interessant

Wenn ich die Anlagestrategie des Depots anschaue, wird klar, dass mein Invest zu einem Großteil auf Erzielung eines passiven Einkommens durch Dividenden ausgelegt ist. Für dieses Ziel habe ich auf der einen Seite schon tolle Unternehmen gekauft, andererseits ist meine Watchlist brechend voll. Wie gesagt, vielleicht hört man ja nochmal die Kanonen donnern.

Welche Titel das sind und was ich ihnen zutraue, gerne beim nächsten Mal auf blogsparen.de

Von JL

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.